Bischoff Textil AG

Am Mittwoch, den 6. Mai fuhren wir um 14:00 Uhr vom Bahnhof zur Bischoff Textil AG. Dort erwartete uns ein Mann, Herr Helbling, der uns eine kleine Einleitung über den Betrieb machte. Danach schauten wir uns einen Film über den Betrieb an, der ungefähr 15 bis 20 Minuten dauerte.

Später teilten wir die Klasse in zwei Gruppen: die erste Hälfte mit einer jungen Frau, Frau Hochuli, die andere Hälfte mit einem jungen Mann, Herrn Tolino. Die Hälfte, mit der ich war, ging mit der jungen Frau. Wir besuchten zuerst das Museum, in dem die verschiedensten Stickereien mit Mustern beschmückt sind. Nachher führte uns das Fräulein zur Produktionsabteilung; dort konnte man sehen, wie die Stickereien mit grossen Maschinen gestickt werden.

 
  Als wir das gesehen hatten, gingen wir zum Sektor, wo die Skizzen zuerst von Hand gemacht werden und danach im Computer für die Produktion eingegeben werden. Die letzte Abteilung, die wir gesehen haben, ist, wo sie alles kontrollieren müssen, denn die Bischoff Textil AG ist eine Qualitätsfirma, die für grosse Luxuskleidergeschäfte, vor allem Unterwäsche verkauft. Die Bestellungen, die aufgenommen werden, sind zum grössten Teil grosse Bestellungen, denn es ist sonst nicht möglich, Gewinn zu machen. Danach gingen wir zum grossen Saal zurück, um die Fragen, die wir in der Klasse vorbereitet hatten, zu stellen.

Fragen an Bischoff Textil AG

  1. Im Kanton St.Gallen arbeiten gegenwärtig 4% der Erwerbstätigen in der Textilindustrie. Werden in den nächsten Jahren weitere Arbeitsstellen gestrichen oder glauben Sie, dass sich der Textilsektor erholt hat? (Seit 1995 hat St.Gallen 15% der Stellen in diesem Sektor verloren)

    Die Situation hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. Es gibt weniger Arbeitslose. Die kleinen
    Firmen sind in den letzten Jahren verschwunden.
  2. Woher erwächst Ihnen die grösste Konkurrenz? Aus Asien? Aus welchen Ländern Asiens? Oder aus Europa?

    Aus Asien, weil die Produktion dort viel billiger ist als in Europa. Die Länder, in denen die grösste Konkurrenz ist, sind die Türkei, Thailand und Korea.
  3. Eine Frage die Lohnentwicklung in der Schweiz betreffend: Konnten Sie Ihren Angestellten in den letzten Jahren den Lohn noch erhöhen oder mussten Sie ihren Lohn kürzen? Wie glauben Sie, dass es weitergeht? Wird die Einführung des Euro einen Einfluss auf die Löhne in der Schweiz haben?

    Die Löhne sind in den letzten Jahren eigentlich nicht gesunken, aber auch nicht stark erhöht worden. Was in den nächsten Jahren mit den Löhnen passieren wird, kann man jetzt noch nicht sagen. Die Einführung des Euro wird wahrscheinlich keinen grossen Einfluss auf die Löhne haben.
  4. Kann man bei Ihnen eine Lehre machen? Welche Ausbildungen bieten Sie an? Kann man auch eine Berufsmatura machen?

    Die kaufmännische Lehre kann man bei Bischoff ohne weiteres machen. Was man für Ausbildungen machen kann? Eine Ausbildung als Designer, oder im sonsten müssen Schulen besucht werden, wie die Texlilfachschule oder die Kunstgewerbeschule im allgemeinen.
  5. Sie stellen sicher vor allem bestimmte Erzeugnisse in grossen Mengen her. Wie gross ist der Anteil an Einzelstücken in Ihrer Produktion?

    Wenig oder soger nichts.
  6. Sind Sie für die Arbeitszeitverkürzung?

    Nein, denn es gibt sehr viel Arbeit im Frühling und im Herbst. Was die Arbeitszeit angeht, sind wir sehr offen, d.h., dass sie nicht kontrolliert wird.
  7. Welches sind für Sie die Folgen der Isolation der Schweiz in Europa? (Sind Sie für einen Beitritt der Schweiz zu Europa?)

    Die Isolation war vor einem Jahr ein grosses Problem, denn wir durften nicht mehr in der Schweiz produzieren und in Europa verkaufen; darum waren wir gezwungen, eine Fabrik in Österreich zu eröffnen. Es geht jetzt wieder ein wenig besser mit den bilateralen Verhandlungen, denn jetzt dürfen wir wieder in der Schweiz produzieren.
  8. Sie arbeiten mit technischen Spitzenprodukten der Elekronik. Glauben Sie, dass es in der Entwicklung der Elektronik Grenzen gibt - in bezug auf die Textilindustrie oder allgemein?

    Es wird sehr viel mit Computer gearbeitet, die immer schneller, präziser und angenehmer für die Arbeit werden. Es ist schwierig zu sagen, wie es weitergehen wird. Aber wir glauben, dass die Maschine fast an ihre Grenzen gestossen ist; was unbegrenzt bleiben wird, ist die Kreation, der Entwurf von neuen Dessins.
      Jérémie