Fragen in der Raiffeisenkasse (Beantwortet von Herren Pellandini und Duvoisin)

  1. Die grossen Banken ziehen in die grossen Städte; Sie, die Raiffeisenkassen, ziehen auf das Land. Wie bleiben Sie konkurrenzfähig, da Sie viel mehr Angestellte bezahlen müssen und die Infrastruktur aufwendiger ist?

    Die neue Computerpolitik der Raiffeisen ist sehr gut, die Apparate sind wirtschaftlich. Zudem übernimmt die Zentrale in St.Gallen viele Funktionen und Kosten der kleinen Banken. Ein anderer Grund ist, dass in dem Verwaltungsrat einer Lokalbank drei der fünf Verwalter ehrenamtlich, ohne Lohn arbeiten. Sie nehmen nicht am Gewinn teil. Ein grosser Teil der Gewinne geht in die Reserve und dieses Geld arbeitet dann gratis für die Bank.
  2. Die Raiffeisen ist eine Genossenschaftsbank. Wie wird der Gewinn verteilt? Können Sie ein konkretes Beispiel geben?
    Die Hälfte geht in die Reserve. Die andere Hälfte geht als Zins an die Mitglieder, aber maximum 6%. Die Reserve der Bank wird immer grösser und wir können entsprechend die Bedingungen für die Kunden verbessern.
  3. Aus welchem Grund würde ein Kunde die Raiffeisenbank wählen,
    a) um sein Geld anzulegen?
    b) um eine Hypothek aufzunehmen?

    Wir bieten bessere Bedingungen: besseren Hypothekar- und Sparzins, weniger Spesen, weniger Nebenkosten.
    Wir bieten die Bank am Ort an, in abgelegenen Gegenden.
    Wir haben flexiblere Öffnungszeiten, z.B. am Samstag morgen.
  4. Wie haben sich die Fusionen der Grossbanken in der letzen Zeit bei Ihnen ausgewirkt?

    Es ist für uns ein Vorteil. Wir hatten nach der Grossfusion Bankverein / Bankgesellschaft einen klaren Zuwachs der Kundenzahlen.
  5. Die Banken (in Genf) waren bisher nicht bereit, kaufmännischen Lehrlingen die Berufsmatura-Ausbildung zu ermöglichen. Welches ist Ihre Meinung dazu?

    Ich bin überrascht. In der Deutschschweiz ist das keine Frage.In der Westschweiz gibt es tatsächlich wenige Berufsmaturalehrlinge in unseren Banken.
  6. Mit welcher Ausbildung hat eine junge Frau / ein junger Mann bei Ihnen am meisten Chancen, eine Stelle zu bekommen?

    Wichtig sind die Sprachkenntnisse. Wenn jemand fleissig ist, kann er bei uns Karriere machen.
    Wir stellen Leute an, die eine Banklehre oder eine kaufmännische Lehre gemacht haben. Nach der Lehre bei uns können die jungen Leute mindestens zwei Jahre bei uns bleiben und dann, wenn sie wollen, können sie in einer anderen Raiffeisenbank eine Stelle bekommen, oder weiterhin bleiben.
  7. Welches ist Ihre Einstellung Europa gegenüber? Finden Sie, die Schweiz sollte der Europäischen Union (EU) oder dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beitreten?

    Die Raiffeisengruppe hat keine bestimmte Einstellung. Der Euro hat allerdings Priorität. Im Ausland werden Clearing Banks aufgebaut, um mit Europa Handel zu treiben.Die Raiffeisen ist daran beteiligt.
  8. Was für einen Einfluss wird die Einführung des Euro für den Bankenplatz Schweiz haben?

    Das wird davon abhängen, welche Länder dabei sein werden. Wenn der Euro Probleme hat, wird das bedeuten, dass viel Geld in die Schweiz fliessen wird, der Franken wird zu stark und wir werden mit dem Export Probleme haben.
     

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