Die Unterhalter:        

 

Das Schlusswort des Begleiters

Drei Wochen allein mit einer Gruppe Jugendlicher! Obwohl der Gedanke mich bedenklich stimmte, reiste ich am 20. April mit viel Optimismus nach St.Gallen. Und was ich in den drei Wochen erlebt habe, gab mir recht.

Die Reaktion der Schüler auf die für die meisten unbekannte Situation war von Anfang an sehr mutig und unternehmungslustig: sie gingen auf die noch fremden Partner aus der Region Ostschweiz zu und fingen auch gleich an zu kommunizieren.

Sicher, für einige waren die Gewohnheiten der Familie komisch, unverständlich. Andere waren vom ersten Kontakt an positiv überrascht über die Freundlichkeit, das Vertrauen und die Offenheit der Gastfamilie.

Als verantwortlicher Begleiter der Gruppe war es auch meine Aufgabe, die Stimmung bei den Lehrern abzulauschen. Die erste Bemerkung betraf immer die Einstellung, den guten Willen, die Arbeitsbereitschaft der Klasse. Über die Ausdauer und den Willen zum Perfektionismus waren wir uns alle weniger sicher.

 

Bei den Aktivitäten am Nachmittag wurde im allgemeinen gut gearbeitet und bei den Besichtigungen verhielten sich alle Beteiligten vorbildlich, wie die Führer in den verschiedenen Betrieben mir immer wieder versicherten.

Die Freizeit, die für einige zu kurz gewesen sein soll, wurde von meiner Beobachtungsposition aus gesehen sehr verschieden ausgenutzt. Einige schrieben eifrig an ihren Dossiers, während andere eher das Gruppenleben brauchten. Auch hier stellte ich viel Solidarität innerhalb der Klasse fest, indem sie einander zu den Erkundungsausflügen und Interviews für ihr persönliches Dossier begleiteten.

Auch ich hatte Freizeit oder Momente, an denen man lieber nicht allein ist, wie zum Beispiel beim Mittagessen oder manchmal am Abend. An diesen Momenten schätzte ich die Freundlichkeit der Schüler, die mich aufforderten, mit ihnen zu gehen, und dies, obwohl sie mit mir immer deutsch sprechen mussten.

Alle 15 Berufsmaturalehrlinge hatten während diesen drei Wochen eine wahrscheinlich einmalige Gelegenheit, die deutsche Sprache und ein Muster der Deutschweizer Mentalität und Kultur kennenzulernen:

Deshalb scheint mir, dass solche Erfahrungen auch zukünftigen Schülern dieser Ausbildung ermöglicht werden sollten.

Salzgeber Markus