Mein erster Gedanke geht an die Schüler, mit denen ich diesen Aufenthalt erleben konnte und ich möchte ihnen zu ihrer Leistung meinen Glückwunsch ausdrücken und auch dankbar sein, denn sie zeigten eine vorbildliche Einstellung während der ganzen Dauer unseres Zusammenseins in Berlin. Sei es am Morgen für den Unterricht oder am Nachmittag bei den Besichtigungen, sie waren immer diszipliniert, interessiert, freundlich, guter Laune und ganz allgemein positiv eingestellt. Alle haben viel gelernt, sowohl was die Sprache betrifft als auch was die Entdeckung einer anderen Kultur betrifft.
Der zweite Gedanke gilt der Stadt Berlin, die mir auch dieses Jahr wieder gut gesinnt war. Sie fragen sich, wie eine Stadt einem gut gesinnt sein kann! Während der drei Wochen hat mir diese Stadt so viel geboten, das sich um Themenkreise dreht, die mich eben jetzt beschäftigen oder auf die ich aufmerksam gemacht wurde. Ein Beispiel ist Hans Küngs Vortrag über Weltethos und Weltpolitik an einem Sonntagmorgen. Auch die Gelegenheit, Geschichte auf verschiedenen Gebieten (Politik, Literatur, Kultur allgemein) nachzuleben schätze ich sehr in diesen Wochen, besonders über das Medium Film.
Da ich zum zweiten Mal in der gleichen Familie untergebracht war, fühlte ich mich in diesem vorübergehenden Heim auch schon wie zu Hause, besonders da diese Leute sehr freundlich, dynamisch und lebensfreudig sind. Dazu trifft man immer wieder neue Menschen, mit denen man sich gut versteht oder mit denen man angenehme Momente verbringen darf.
Was die Arbeit betrifft, die wir von den Schülern verlangen, haben wir (die Verantwortlichen des Sprachaufenthalts) einen Modus gefunden, der mir ideal scheint: Jeder Schüler muss drei kleinere Dossiers schreiben, nämlich jede Woche eines über ein relativ frei gewähltes Thema. Die Themenkreise drehen sich um Sehenswürdigkeiten und gesellschaftliche Phänomene. Durch die Korrektur des ersten Dossiers schon nach der ersten Woche hat der Schüler gleich eine Rückmeldung auf seine erste Arbeit und kann sich bei den folgenden Dossiers schon verbessern. Die Form des Journals, bei der jeder Schüler jeweils über die Aktivitäten oder persönlichen Erlebnisse berichtet, finde ich weiterhin eine sehr gute Möglichkeit, eine gemeinsame Erinnerung aufzubauen.
Auch dieses Jahr stelle ich fest, dass die drei Wochen Sprachaufenthalt in der Fremde für die Jugendlichen eine spannende Zeit darstellt, vor der sie in der Vorbereitungsphase grossen Respekt haben, die ihnen aber als ein unvergessliches Erlebnis in Erinnerung bleiben werden.